Politische Bildung – Home Office

Als Arbeitsbereich für politische Bildung ist es für uns essenziell, dass ihr auch außerhalb unseres Veranstaltungsangebots, seriös mit politisch und gesellschaftlich relevanten Themen auseinandersetzt. Gerade in der jetzigen Situation rund um die Corona-Krise soll es euch helfen, weiterhin up-to-date zu bleiben.

Hierzu haben wir für euch ein kleines Potpourri an Medienformaten zusammengestellt, die wir als geeignet sehen. Diese Auflistung beansprucht keine Vollständigkeit. Es zeigt vielmehr, dass es ein breites, buntes Angebot an kostenfreien Informationsquellen gibt.

Das Wichtigste ist natürlich immer: Hinterfragt das Gesagte. Nehmt es nicht einfach für wahr, sondern schaut euch im Zweifel die Quellen derer an, die etwas verbreiten.

 

SOCIAL MEDIA

Dass unsere Generation mittlerweile häufig länger in der virtuellen als in der realen Welt abhängt, ist auch den Mediengestaltern und Content-Creatorn nicht entgangen. Beinahe jede Rundfunkanstalt und Zeitung hat ihre eigenen Social-Media-Kanäle. Häufig sind deren Beiträge extra auf die Nutzer in unserem Alter abgestimmt.

  • Funk (Instagram, Facebook, Twitter): Das Medienangebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks für Jugendliche und junge Erwachsene, welches in den sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram, Snapchat, Tik Tok und YouTube auftritt. Die Inhalte werden dezentral auf eigenen Kanälen hochgeladen.

https://www.funk.net/

  • Fluter (Instagram, Facebook, Twitter): Das Magazin der Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) ist online vertreten, gibt’s aber auch kostenlos zum Bestellen für nach Hause. Neben Politik werden auch andere Themen des Lebens behandelt und das in ansprechender Aufmachung.

https://www.fluter.de/

  • Erik Flügge (Facebook): Erik Flügge ist Politikwissenschaftler und Journalist. Auf Facebook teilt er in mal mehr, mal weniger ausführlichen Texten seine Gedanken zu aktuellen Ereignissen. Daneben macht er es sich zur Aufgabe, vor allem von der AfD verbreitete, Fake News und Falschdarstellungen in den sozialen Medien zu enttarnen.

(Erik Flügge ist Mitglied der SPD!)

https://www.facebook.com/fluegge.erik/

 

APPS/ONLINEAUFTRITT VON ZEITUNGEN, MAGAZINEN

Neben dem Social-Media-Angebot präsentieren sich viele Zeitungen und auch der ÖR seit Jahren bereits im Internet und ihren eigenen Apps. Hier gibt’s die Inhalte teilweise in Kombination aus Text und Video. Darüber hinaus gibt es Kommentare der Redakteure und ausführliche Reportagen der Reporter.

  • Les-O-Mat (Katapult-Magazin): Um sich im Dschungel der Zeitungen und Printmagazine zurechtzufinden, hat das Katapult-Magazin ein nettes Tool entworfen, welches einem bei der Auswahl der persönlichen Lesepräferenzen helfen soll. Durch Beantwortung von 29 Fragen stellt einem das Tool eine Rangfolge der Zeitungen, geordnet nach Übereinstimmung, vor. Der Les-O-Mat soll euch eine Orientierungshilfe sein, euch aber gleichzeitig dazu ermuntern, auch in Zeitungen zu schauen, die ihr sonst nicht so stark oder gar nicht lest. Also brecht gerne aus der eigenen Filterblase aus und setzt euch gegebenenfalls mit anderen Meinungen auseinander.

https://www.lesom.at

  • Katapult-Magazin: Die Macher des Katapult-Magazins versuchen auffällige, provokante und wichtige Entwicklungen in visueller Form darzustellen. Vor allem ihre leicht verständlichen, karikierten Karten überzeugen mit interessanten Fakten.

https://katapult-magazin.de

  • piqd | handverlesenswert: piqd sieht sich selbst als „persönliches Magazin für guten Journalismus“. piqd ist allerdings eher eine Plattform, die Artikel kommentiert repostet. Dabei schreibt entweder einer der 130 Kuratoren des Magazins oder ein Community-Mitglied eine kurze Zusammenfassung des Artikels, der dort ebenfalls verlinkt ist. So bekommt ihr schnell einen Überblick über den Inhalt, ohne den Bericht oder die Reportage komplett zu lesen. Dennoch empfehlen wir euch: Lest im Anschluss an die Zusammenfassung das Original, um mögliche Verzerrungen in der verkürzten Darstellung zu erkennen.

Ein weiteres nettes Feature der Plattform ist die Gliederung in Kanäle. So könnt ihr eure Interessen filtern. Des Weiteren könnt ihr durch die Quellenangabe einen schnellen Eindruck über die Seriosität des Mediums bekommen.

(Die Auswahl der Artikel unterliegt uns nicht-bekannten Kriterien. Gerade die Auswahl und Zusammenfassungen der Community sind mit Vorsicht zu genießen, da hier noch weniger nachzuvollziehen ist!)

https://www.piqd.de/

  • Tagesschau: Die Tagesschau ist wohl das bekannteste deutsche Fernsehformat. In der App und auf der Website gibt es neben Beiträgen in Schrift jederzeit die aktuelle Sendung auf Abruf.

https://www.tagesschau.de

  • ZDF: Natürlich hat auch das ZDF einen Onlineauftritt. Dieser ist ähnlich aufgebaut wie der der Tagesschau.

https://www.zdf.de/

  • ZEIT online: Die App/die Website von Zeit online bietet eine aktuelle Berichterstattung aus Deutschland und der Welt. Daneben sind Podcasts und Videos in die App integriert. Die Beiträge sind zum großenteil kostenlos abrufbar.

(Die Redaktion von ZEIT online ist nicht die der ZEIT (Print). Zwar gehören beide zum selben Verlag, sie arbeiten aber weitestgehend unabhängig voneinander. Die Onlineausgabe gilt generell als weiter links als die sehr neutrale Printausgabe)

https://www.zeit.de/index

Anbei eine Auswahl weiterer Tageszeitungen/Wochenzeitungen:

 

INTERNATIONALE ZEITUNGEN

Wer sich neben der Berichterstattung hierzulande eine internationale Meinung einholen möchte, wird in diesem Segment fündig. Alle drei Medien bemühen sich kritischer und neutraler Berichterstattung.

  • Guardian: Der Guardian ist ein britisches Leitmedium, der vor allem für seinen Investigativ Journalismus bekannt ist. Pluspunkt: Alle Artikel sind kostenfrei abzurufen.

https://www.theguardian.com/international

  • New York Times: Die amerikanische Zeitung ist wie der Guardian für einen unabhängigen Investigativen Journalismus bekannt.

https://www.nytimes.com/

  • FiveThirtyEight (538): Der ehemalige Teil der NYT (mittlerweile gehört es zum ESPN Konzern), benannt nach der Anzahl der Wahlmänner bei der US-Präsidentschaftswahl, ist für seine Wahlvorhersagen bekannt. Daneben wird mit allerlei Statistiken um sich geworfen.

https://fivethirtyeight.com/

 

RADIO/RUNDFUNK

Das gute alte Radio hat alles, aber noch nicht ausgedient. Mittlerweile bieten die meisten Sender ihre Inhalte im Internet als Stream oder flexibel abrufbar als Podcasts an.

  • Deutschlandradio: Der Radiosender des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bietet drei verschiedene Sender. Den Deutschlandfunk (Nachrichten, Politik, Kultur, etc.), Deutschlandfunk Kultur (Literatur, Musik, Popkultur, etc.) und Deutschlandfunk Nova (Nachrichten, Gesellschaft, etc.).

https://www.deutschlandradio.de/

 

PODCASTS

Es ist "das" neue, hippe Medium. Wer was auf sich hält, nimmt heutzutage Podcasts auf. Doch neben Reise, Beauty oder Comedy-Podcasts gibt es auch informative Podcasts Rund um das politische Geschehen. Stellvertretend stellen wir euch hier den meist gehörten Politik-Pod der Bundesrepublik vor.

  • Mal angenommen: Im Zukunfts-Podcast der „Tagesschau“ philosophieren Korrespondenten des ARD-Hauptstadtstudios einmal wöchentlich über ein selbst gestelltes Gedankenexperiment. Die ca. 25-minütige Sendung beleuchtet ein Zukunftsszenario unter den Gesichtspunkten des „best-case“- und „worst-case“-Falls und wie realistisch eine Umsetzung ist, bzw. wie ist der Status quo. Zentraler Bestandteil des Pods sind Interviews mit Experten zum jeweiligen Thema. Die ersten Folgen erörterten beispielsweise die Themen „100% Elektroautos“ oder „Deutschland exportiert keine Waffen mehr“.

https://www.tagesschau.de/…/podcasts/mal-angenommen-101.html

  • Die Lage der Nation: Philip Banse (Journalist) und Ulf Buermeyer (Richter am Landgericht Berlin) diskutieren in ihrem Nachrichtenüberblick über die wichtigsten Geschehnisse der vergangenen Woche. Besonders hervorzuheben ist dabei die juristische Expertise von Herrn Buermeyer, der für den Laien verständlich über eventuell kritische Gesetzesbeschlüsse aufklärt. Der Podcast zeichnet sich in seinen Shownotes durch eine hohe Transparenz aus, sodass ihr direkten Zugriff auf ihre Recherche habt

(Der Podcast wird unter anderem durch Werbung finanziert!)

https://www.kuechenstud.io/lagedernation/

 

VIDEOS

In Zeiten von YouTube sind Streams und Videoformate die beliebtesten Medientypen unserer Generation. Doch neben Katzenvideos und der neusten Sitcom bietet auch diese Plattform tolle Angebote politischer Bildung.

  • Best of Bundestag: Wer kennt es nicht, mittwochs morgens früh aufstehen, voller Vorfreude Phoenix einschalten und gebannt der aktuellen Debatte in Berlin lauschen. Wie, ihr auch nicht? Für alle die trotzdem die wichtigsten und lustigsten Szenen der Plenarsitzung verfolgen möchten, bietet euch „Best of Bundestag“ einen Zusammenschnitt auf YouTube.
    Allerdings muss gesagt sein, dass die Seite privat betrieben wird und die Auswahl der gezeigten Szenen keinen öffentlich zugänglichen Kriterien unterliegt.

https://www.youtube.com/channel/UCkN8kMDOekn8uxxxsvwEnow

  • Karakaya Talk (YouTube): In dieser Talkshow sind Menschen zu Gast, die sonst marginalisiert werden: Muslim*innen, Asiat*innen oder People of Color. Wer nicht-weiß oder sonst wie marginalisiert ist, wird sich hier besser repräsentiert fühlen, wer weiß ist, sollte definitiv zuhören und kann was lernen. Esra Karakaya moderiert gekonnt, die Debatten sind oft hitzig, die verschiedenen Perspektiven bereichernd. Unbedingt anschauen!

https://www.youtube.com/channel/UCfN7JOiJhYpMHuRgLV1JicA

  • Funk: Wie oben bereits geschrieben, gibt es Funk-Formate auch auf YouTube.

https://www.youtube.com/channel/UCOgPGtSnFR6GM-AkzCnxqMQ

 

BLOGS

Neben den Nachrichtenüberblicken in Zeitungen sind Blogs eine gute Sache, da die Verfasser meist ihre eigene Meinung kundtun und so die News etwas ausführlicher ins aktuelle Geschehen einordnen.

  • BILDblog: Nein, es ist nicht das, wonach es aussieht. Der BILDblog berichtet kritisch über die Berichterstattung in den deutschen Medien. So eine Art Meta-Diskussion. Dabei wird auf die Missstände und Fehler der hiesigen Presselandschaft aufmerksam gemacht.

https://bildblog.de/

  • natsanalysen.at: Natascha Strobl, österreichische Politikwissenschaftlerin, analysiert auf ihrem Blog und via Twitter politische Geschehnisse und gesellschaftliche Ereignisse und Strömungen. Zu ihren Fachgebieten gehören Rechtsextremismus, Feminismus und die Neue Rechte. Bis Anfang 2017 betrieb sie den Blog schmetterlingssammlung.net

https://www.natsanalysen.at/

  • Volksverpetzer: Der Volksverpetzer ist ein politischer Blog, der sich vor allem der Entlarvung von Fake News verschrieben hat. Daneben richtet er sich stark gegen rechte Propaganda. „Die Goldenen Blogger“ kürten den Volksverpetzer zur besten „Blogger*in des Jahres 2019“.

https://www.volksverpetzer.de/

 

DAS LITERATURANGEBOT DER LANDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG RHEINLAND-PFALZ

Wer selbst noch Fan von Literatur in Papierform ist, kann sich das Angebot der Landeszentrale für Politische Bildung zunutze machen und kostenlose Literatur anfordern. Darüber hinaus kann man viele Bücher zu politischen, gesellschaftlichen oder historischen Themen für kleines Geld erwerben. Die Voraussetzungen hierfür sind, dass ihr entweder in Rheinland-Pfalz wohnt oder dort studiert/arbeitet/eure Ausbildung absolviert.
In Hessen bietet die Landeszentrale ihr Literaturangebot sogar komplett kostenlos für Menschen unter 27 Jahren, sowie für Menschen im Besitz einer Ehrenamtscard, Jugendleitercard, Azubi Card oder der Familienkarte sind, an!

(Die Anzahl der Publikationen ist innerhalb eines Zeitraums begrenzt!)

Darüber hinaus bieten auch die Landeszentralen politische Bildungsveranstaltungen an. Schaut auch dort vorbei!