Unser Selbstverständnis

Die Feministische Bibliothek Mainz versteht sich als feministisches Wissensarchiv und -zentrum sowie als Safer Space, als Schutz- und Freiraum für Personengruppen, die aufgrund ihrer Identität strukturelle Diskriminierung erfahren.

Wofür wir stehen

In unserem Verständnis bedeutet Feminismus die Befreiung von individueller und struktureller Unterdrückung und Ausbeutung; alle Menschen, unabhängig von ihrer Geschlechtsidentität, ihrer Sexualität, ihrem Körper, race oder class sollten über dieselben Rechte und Freiheiten verfügen. Einen feministischer Freiraum zu schaffen, heißt für uns, Widerstand gegen Sexismus, Heteronormativität, binäre Geschlechtervorstellungen, Homo- und Transfeindlichkeit auszuüben. Gleichzeitig bedeutet es, jegliche andere -ismen, von denen Personen betroffen sind, Rassismus, Klassismus, Antisemitismus oder Ableismus, mitzudenken und die Bibliothek möglichst frei von solchen Diskriminierungssystemen zu gestalten. Denn wir können gesellschaftliche Zwänge und Unterdrückungsmechanismen nicht nur anhand der Kriterien von Geschlechtsidentität diskutieren – verschiedene Diskriminierungssysteme wirken zusammen, müssen zusammengedacht und zusammen überwunden werden.

Die Bibliothek wurde vor über 30 Jahren als Projekt des autonomen AlleFLINTA*Referats des AStA der Johannes Gutenberg-Universität Mainz als „Frauenbibliothek“ gegründet und wird seitdem studentisch verwaltet: Organisation und Verwaltung liegen ausschließlich in den Händen von Studierenden, die auch die Öffnungszeiten, in denen Ausleihe und Beratung stattfinden, managen. Finanziell und ideell wird die Bibliothek vom AlleFLINTA*Referat getragen.

Als Projekt der zweiten Frauenbewegung, in der mehrheitlich weiße cis Frauen im öffentlichen Raum Gehör fanden, entstand die Bibliothek zunächst ausschließlich als exklusiver Schutzraum für cis Frauen. Konfrontiert mit der damit einhergehenden Reproduktion von Bioessentialismus und dem Ausschluss von Personengruppen, die ebenfalls von strukturellem Sexismus betroffen sind, kam es 2016 zu einer Öffnung der Räume für alle von struktureller Diskriminierung auf Basis von Geschlechtsidentität Betroffenen: Frauen, trans, inter und nicht binäre Personen. Um dieser Öffnung gerecht zu werden, wurde die Bibliothek 2020 zur Feministischen Bibliothek umbenannt.

Aufgrund der oben dargestellten geschichtlichen Entwicklung war der Zugang für cis Männer eingeschränkt. 2023 haben wir eine weitere Öffnung umgesetzt, um unser intersektionales Selbstverständnis vollständig umzusetzen. Ausschlaggebend war hierbei, dass wir uns vom Erbe der primär geschlechtsbasierten Solidarität weiterentwickeln wollen. Feministischer Freiraum bedeutet für uns gerade der Versuch, diskriminierende Machtstrukturen auszuschließen. Dabei ist uns bewusst, dass es quasi nicht möglich ist, einen Raum ganz „frei“ von unterdrückenden und diskriminierenden Strukturen zu gestalten. Als Nutzer_innen und Mitarbeitende nehmen wir verschiedene Formen von Diskriminierung und Unterdrückung mit in den Raum, da wir alle gewisse Strukturen und Denkmuster durch unsere gesellschaftliche Sozialisation verinnerlicht haben. Zentral ist für uns die Bereitschaft der Nutzer_innen und Mitarbeitenden, sich mit eigenen Vorurteilen und Privilegien auseinanderzusetzen, Kritik zu üben und diese anzunehmen, sich hinsichtlich Sprache wie sozialer Hierarchien und Machtdynamiken zu sensibilisieren. So kann die Bibliothek ein Ort des sicheren Austauschs, des Verständnisses, des gegenseitigen Bestärkens und der Hilfe werden.

Auf ein Wissensarchiv zurückgreifen zu können, heißt, an schon gedachten Theorien, schon ausgefochtenen Kämpfen, Diskussionen und begonnener Begriffsarbeit teilhaben zu können, sie weiterzuentwickeln, zu kritisieren oder zu überwinden. Feministische Geschichte muss eine kritische Geschichtsschreibung kennen, um Erfahrungen und Theorietraditionen freizulegen sowie Stimmen hörbar zu machen, die in der traditionellen Geschichtsschreibung keine Repräsentanz erhielten. Gleichzeitig möchten wir am Puls der Zeit bleiben und neuen Geschichten und Gesichtern Sichtbarkeit verleihen. So kann eine radikale Gesellschaftskritik gelingen, unterdrückende Strukturen entlarvt und durchbrochen werden.

Die hauptamtlich Aktiven sind vom AlleFLINTA*Referat bezahlte Kräfte, die sich um die Organisation und Verwaltung kümmern sowie die Bibliothek als politischen Ort nach außen repräsentieren. Der Aufgabenbereich der Hauptamtlichen umfasst die Bestandspflege, die Bestellung und Einarbeitung von neuen Medien, Kommunikation mit dem AlleFLINTA*Referat, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Social Media und Veranstaltungsorganisation.


Hier findet ihr die aktuellsten Blogs der f_Bibliothek. Diese enthalten Beiträge zu bereichsspezifischen Themen, Ankündigungen und aktuelle Meldungen.

Auf der Seite unserer Blogs findest du alle Veröffentlichungen des AStA in chronologischer Reihenfolge.

Unser Online-Katalog

Unser Bestand wurde bisher nicht in den OPAC der Uni Mainz aufgenommen. Alle Medien, die den Bestand der Feministischen Bib bilden, findet ihr in unserem eigenen OPAC. Bis auf unseren Präsenzbestand an Lexika und wichtigen Nachschlagewerken könnt ihr alle unsere Medien ausleihen. Ihr könnt nach Titeln, Autor_innen oder auch nach Stich- oder Schlagwörtern suchen.

Informationen zur Ausleihe

Studierende der Universität Mainz als auch Nicht-Angehörige der Universität können in der Feministischen Bibliothek Bücher und andere Medien ausleihen. Da unser Bestand bisher nicht in den OPAC der Uni Mainz aufgenommen wurde, benötigt ihr bei uns einen eigenen Ausweis. Schaut dazu einfach bei uns vorbei. Alternativ könnt ihr uns eine E-Mail mit dem ausgefüllten Antrag schicken. Ausweis und Ausleihe sind kostenfrei.

Die Leihfrist für alle Medien beträgt vier Wochen. Verlängerungen sind möglich, bitte schaut diesbezüglich kurz bei uns vorbei, schreibt uns eine E-Mail oder nutzt unser Kontaktformular (Ausweisnummer und zu verlängerndes Medium nennen).

Unsere Bestimmungen zur Ausleihe und zur Benutzung der Bibliothek im Allgemeinen könnt ihr in unserer Bibordnung nachlesen.

Bibliotheksordnung

Im Auftrag des autonomen AlleFLINTA*-Referats des AStA Uni Mainz

Feministische Bibliothek – Bibliotheksordnung

Mit Benutzung der Feministischen Bibliothek sind folgende Bestimmungen zu beachten und zu befolgen!

  1. Der Zutritt und die Nutzung der Räumlichkeiten sowie Medien sind allen gestattet. Bitte beachtet, dass die individuelle Positionalisierung einer Person nicht in jedem Fall sichtbar ist und verhaltet euch respektvoll dem Team und anderen Besucher*innen gegenüber – dazu gehört auch, die eigene Position zu reflektieren.
    1. Die Bibliothek ist ein safer space, diskriminierendes Verhalten gegenüber marginalisierten Gruppen wird nicht geduldet. Die jeweils betroffene Person entscheidet, was als diskriminierend gilt und wird bei Bedarf durch die hauptamtlichen Mitarbeitenden im Konfliktlösungsprozess unterstützt.
    2. Wir behalten uns vor, Personen bei Verstoß des Raumes zu verweisen und/oder die Mitgliedschaft zu entziehen.
    3. Sollte es zu diskriminierenden Handlungen seitens des Bibliotheksteams kommen, kann das AlleFLINTA*-Referat hinzugezogen werden.
  2. Es können maximal 15 Bücher und Zeitschriften gleichzeitig ausgeliehen werden.
    1. Es können maximal 4 Exemplare anderer Medien gleichzeitigausgeliehen werden.
  3. Die erste Ausleihe ist möglich, nachdem ein Bibliotheksausweis ausgestellt wurde.
  4. Die Ausleihfrist für alle Medien beträgt 4 Wochen.
  5. Die Medien dürfen in keinerlei Weise beschriftet werden.
  6. Bei Verlust oder Beschädigung der entliehenen Bücher wird die entleihende Person der Betrag der Neuanschaffung in Rechnung gestellt. Erfolgt die Zahlung nicht innerhalb von 14 Tagen, so sehen wir uns gezwungen rechtliche Schritte einzuleiten.
    1. Sollte es sich bei dem verlorenen/ beschädigten Buch um ein bereits vergriffenes Buch

handeln, behalten wir uns vor mindestens den Betrag des Anschaffungspreises in Rechnung zu stellen.

  • Für die Verlängerung der Ausleihfrist gilt folgende Regelung: Sofern die entliehenen Medien nicht vorgemerkt sind, können sie zweimal verlängert werden.

Bei der ersten und zweiten Verlängerung braucht die entleihende Person die Medien nicht mitzubringen. Jede weitere Verlängerung wird wie eine Neuausleihe gehandhabt, d.h. die Bücher sind mitzubringen.

  1. Die ersten beiden Verlängerungen können auch per E-Mail erfolgen.
    1. Verlängerungen über social media sind nicht möglich.
  2. Mit der Unterschrift auf dem Bibliotheksausweis wird das Einverständnis zu dieser Ordnung gegeben.

Die Feministische Bibliothek befindet sich im Untergeschoss des Philosophicum auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (U1 552). Aufgrund unserer Lage im Keller ist die Bibliothek sehr versteckt und der Zugang nur beschränkt barrierefrei. Leider wurde es uns bisher seitens der Universitätsleitung nicht ermöglicht, euch unsere Medien in angemesseneren Räumlichkeiten barrierefrei zur Verfügung zu stellen, möglicherweise sogar mit Arbeitsplätzen, Tageslicht oder Platz für ein Archiv. Bis dahin kommt ihr mit dieser Wegbeschreibung hoffentlich sicher zu uns:

Öffentliche Verkehrsmittel: Bis zur Haltestelle Friedrich-von-Pfeiffer-Weg fahren, mit dem Rücken zur Hauptverkehrsstraße (Saarstraße) links abbiegen und auf das nächstgroße Gebäude zusteuern: das Philosophicum.

Am leichtesten findet man die Bibliothek, wenn man den Kellerzugang wählt, der direkt am Eingang zu den Bereichsbibliotheken des Philosophicums liegt. Die Treppe nach unten steigen, danach sofort scharf rechts abbiegen und einen langen Gang entlang gehen. An dessen Ende links abbiegen. Der Eingang zur Bibliothek ist die dritte Tür auf der rechten Seite.

Ihr fühlt euch auf dem Weg durch den Keller unwohl oder habt die Bibliothek nach mehreren Versuchen immer noch nicht finden können? Sagt uns per Mail oder Kontaktformular Bescheid und wir finden eine Lösung während unserer Öffnungszeiten.

Der Zugang zur Bibliothek sowie die Räumlichkeiten an sich sind nur beschränkt barrierefrei. Zwar gelangt man mit dem Aufzug in das Untergeschoss des Philosophicums, bis zur Bibliothek müssen allerdings einige Türen passiert werden, die sich nur manuell öffnen lassen. In der Bibliothek selbst ist der Eingangsbereich sowie der Zugang zu 4-5 Regalen mit dem Rollstuhl zugänglich, der zweiter Raum, in dem die meisten unserer Medien untergebracht sind, hat dafür zu enge Gänge.

Wir bitten euch wenn möglich bei akuten Infektionen nicht persönlich in die Bibliothek zu kommen oder eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, letztere liegen bei uns auch aus. Zur feministischen Praxis gehört auch, aufeinander aufzupassen und behinderten Mitstreiter_innen den Zugang zu ermöglichen.

Wir sind uns bewusst, wie problematisch es ist, einen safer space schaffen zu wollen, der für einige Personen schwer erreichbar ist. Meldet euch bei uns, wenn ihr unsicher seid, ob der Weg zur Bibliothek für euch zugänglich ist. Wir bemühen uns um eine gemeinsame Lösung und unterstützen euch jederzeit bei der Medienrecherche vor Ort.

Feministische Bibliothek des AlleFLINTA*Referats des AStA
der Universität Mainz

Telefon: 06131 3924713
Instagram: @f_bibliothek
E-Mail: feministischebibliothek@asta.uni-mainz.de
Philosophicum (U1 552)
Jakob-Welder-Weg 18
55118 Mainz