Kapitalismuskritische Vortragsreihe

Was haben Marx und Engels wirklich über den Kapitalismus gesagt? Warum ist das heute noch aktuell? Wieso muss man, wenn man über Klimawandel, Sexismus und Rassismus redet, auch über das kapitalistische Wirtschaftssystem sprechen? Das und mehr erfahrt ihr in der Kapitalismuskritischen Vortragsreihe dieses Sommersemester (immer mittwochs, 18 Uhr).

Weitere Termine und Infos findet ihr demnächst auf dieser Website und auf unseren Social-Media-Kanälen (v.a. Instagram). Die Website wird in den nächsten Tagen fortlaufend aktualisiert.Wir freuen uns auf euch!

Raumlink: https://bbb.rlp.net/b/sch-uhl-8zl-dcm | Es ist keine Anmeldung notwendig!

Bei Rückfragen könnt ihr euch gerne an uns wenden: politischebildung@asta.uni-mainz.de

 

Woche 1: Tatjana Gossen. Einführung in Marx' und Engels' Kritik des Kapitalismus und der bürgerlichen Gesellschaft
Termin: 12.05., 18:00 - 19:45 Uhr
Warum heute noch Marx und Engels lesen? Was haben sie zu bieten? So einiges: Eine grundlegende Analyse des Kapitalismus, eine fundierte Kritik der gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnisse, eine Auseinandersetzung mit Problemen, die bis heute aktuell oder gar aktueller geworden sind.
Der Vortrag gibt einen Einblick in ausgewählte Werke von Marx und Engels und in einige grundlegende Begriffe und Konzepte von abstrakter Arbeit bis Zwang und Gewalt - über Entfremdung, Kapital, Natur, Vagabundage u.v.m.

 

Zur Referentin:
Tatjana Gossen ist Sozialwissenschaftlerin, Biologin und angehende Pädagogin. Spätestens seit der Krise 2008 beschäftigt sie sich in intensiver Auseinandersetzung mit Marx und Konsorten. Außerdem ist sie Teamerin bei der Marx-Herbstschule und den Lesekreisen zum Marxschen "Kapital" in der RLS.

 
 
 
 
 
 
 

Woche 2: Pause (19.05.)

 

Woche 3: Valeria Bruschi - Zur Aktualität von Marx und Engels
Termin: 26.05. 18:00 - 19:45 Uhr
Über Marx und Engels gibt es bis heute viele Kritiken, Missverständnisse und Fehlurteile. Ihre Werke beschreiben ja nur eine bestimmte historische Epoche, denn heute gibt es keine Klassen und keine Ausbeutung mehr, wird beispielsweise behauptet. Heutzutage sei die Gesellschaft außerdem ganz anders organisiert als damals. Viele dieser Urteile sind schlichtweg falsch, andere treffen einen wunden Punkt.
Der Vortrag gibt einen Einblick in die Aktualität der marxschen Analyse und Methodik. Er beschäftigt sich zudem mit konkret-empirischen Phänomenen wie technischen und technologischen Entwicklungen, mit dem Stand der Naturwissenschaften und mit sich verändernden Rechtverhältnissen. Ein Studium dieser ermöglicht eine Ergänzung der Kritik der Ökonomie und zeigt, wie lohnend die Analyse von Marx und Engels für ein Verständnis aktueller gesellschaftlicher Verhältnisse ist.

 

 

 

Was ist eigentlich Kapitalismus(kritik) und wieso sollten wir uns mit diesem Thema beschäftigen?

Gesellschaftliche Missstände wie Armut und Ausbeutung, Ungleichheit und Diskriminierung oder der Klimawandel sind drängend und ihre Folgen katastrophal. Trotz alledem werden sie oft diskutiert, ohne dabei grundlegende Verhältnisse wie unser aktuelles Wirtschaftssystem zu beleuchten und dessen Verstrickungen aufzuzeigen. Wieso eigentlich?
Die neoliberale Utopie verspricht, dass ein freier Markt und Wettbewerb sowohl zu individuellem Glück als auch zu gesellschaftlichem Wohlstand führt. Wenn alle aus Selbstinteresse handeln, profitiere am Ende die gesamte Gesellschaft, weil dann an alle gedacht ist, so Adam Smith. Auf einem freien Markt hätten außerdem alle die gleichen Chancen sich zu behaupten. Mehr als das, die freie Marktwirtschaft sei sogar ein Garant für den erfolgreichen Kampf gegen Armut, war der Wirtschaftsliberale Milton Friedman überzeugt: "there has never in history been a more effective machine for eliminating poverty than the free enterprise system and the free market". Der Wohlstand kann stetig wachsen und alle profitieren davon: Der Kapitalismus bringt uns so näher an eine ideale Welt und ist angeblich das einzige System, dass realpolitisch funktioniert. Was sollen wir von diesen Ansätzen halten?

 

Dass die Realität anders aussieht und der Kapitalismus eben gerade nicht Freiheit und Chancengleichheit, Wohlstand und Zufriedenheit für alle bietet, sondern oftmals genau das Gegenteil: das möchten wir im Rahmen der kapitalismuskritischen Vortragsreihe beleuchten. Diese findet im Sommersemester 2021 immer mittwochs um 18 Uhr digital über BigBlutButton statt. In verschiedenen Blöcken beschäftigen wir uns mit Grundlagen der Kapitalismuskritik und zeigen Zusammenhängen zwischen Kapitalismus und gesellschaftlichen Missständen auf. Der Einführungsblock(12.05.-26.05.) behandelt grundlegende Begriffe und Definitionen der Kapitalismuskritik von Karl Marx und Friedrich Engels. Im zweiten Block (02.06.-23.06.)  geht es um die Verschränkung von Unterdrückungssystemen wie Sexismus, Rassismus und Ableismus mit dem kapitalistischen Wirtschaftssystem. Im dritten Block (30.06.-14.07.) betrachten wir den Zusammenhang des Kapitalismus mit Phänomenen wie Klimawandel, Belastung der psychischen Gesundheit und Wohnraumpolitik. Grundlegend bei dieser Auseinandersetzung ist die These, dass man gesellschaftliche Probleme nicht losgelöst von historisch gewachsenen materiellen Verhältnissen betrachten sollte. Und dass diese Verhältnisse eben nicht natürlich gegeben sind, sondern verändert werden können.
Am Ende der Vortragsreihe möchten wir Alternativen, Lösungen und Perspektiven für die Zukunft beleuchten und diskutieren. Zusätzlich wird dies in den einzelnen Vorträgen bereits angeschnitten.

 

Feedback? Wir möchten uns stetig darum bemühen, unseren Schwerpunkt immer wieder auf noch nicht ausreichend behandelte oder ausgelassene Themen zu legen. Wir sind diesbezüglich über Rückmeldung und Kritik immer sehr dankbar. Schreibt uns gerne jeder Zeit eine Mail.